Zu den Merkmalen des Gründungskonzepts der HfG gehört die Absicht, das praktische Studium mit einer Ausbildung in Theoriefächern zu verbinden. Die Studierenden der Praxisfächer sollen die Fähigkeit entwickeln, ihre eigene Arbeit im Kontext geschichtlicher, kunstgeschichtlicher und sozialer Entwicklungen zu reflektieren und sich selbst im aktuellen diskursiven Feld zu positionieren; den Studierenden der Theoriefächer hingegen stehen durch ihre Praxisnebenfächer und die enge Nachbarschaft zu den Aktivitäten der künstlerischen Disziplinen und der Designfächer Zugänge zur zeitgenössischen ästhetischen Produktion offen. Obschon die Theoriefächer zweipolig gewichtet sind - mit einem Schwerpunkt Kunstgeschichte auf der einen, einem Schwerpunkt Philosophie auf der anderen Seite - liefert die gemeinsame Orientierung an Fragen der Medientheorie und Mediengeschichte einen übergeordneten Gesichtspunkt und eine Leitlinie für die Arbeit des Fachbereichs im ganzen. Im Bereich der Kunstgeschichte fällt der Akzent notwendigerweise auf die Kunst der Moderne und die zeitgenössische Kunst, ohne daß die historische Perspektive vernachlässigt werden dürfte.
Analog hierzu werden die Studierenden an den beiden Lehrstühlen für Philosophie vor allem an das zeitgenössische philosophische Denken sowie an die Diskurse der aktuellen ästhetischer Theorie herangeführt. Das Verständnis der Künste wird durch Einbettung in Persprektiven der allgemeinen Kulturgeschichte vertieft. Ebenso werden die medientheoretischen Fragestellungen, denen sich der gesamte Fachbereich verpflichtet weiß, nicht nur unter aktualistischen Gesichtspunkten artikuliert; sie schließen die Neubehandlung und Erforschung der herkömmlichen kunstgeschichtlichen und philosophischen Gegenstände unter mediologischen Gesichtspunkten ein.