an der HfG, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und am ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
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Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie und Ästhetik, Rektor der HfG; Michael Soor, Architektur und Computersimulation; Lothar Spree, Professor für Film; Frank Storm, Bühnen- und Veranstaltungstechnik; Thomas Struth, Professor für Fotografie; Gerrit Terstiege, Produktdesign; Andrej Ujica, Professor für Film; Andreas Voigt, Professor für Architektur;
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BILD, 8.Juli 2004

Michael Schirner macht über 3000 Deutsche zu Jägermeistern
Auch Barbara Valentin nahm sich den Kleinen zur Brust

Er ist der Revolutionär der deutschen Werbe-Szene. Mit nur drei groß gedruckten Buchstaben läutete Michael Schirner (63) eine neue Zeitrechnung in der Werbung ein. schreIBMaschinen lautete 1978 seine einfache Botschaft ans Verbrauchervolk ... rigoros entrümpelte Schirner die Werbesprache, reduzierte sie punktgenau auf ihren Kern. Seine Kampagnen für Jägermeister, Post, IBM und die Stadt Düsseldorf wurden zu Legenden. Sein Satz "Werbung ist Kunst" - damals ein Skandal, heute eine Selbstverständlichkeit ... Bis zum Jahr 2000 entwickelte Michael Schirner als Chef seiner eigen Agentur Ausstellungskonzepte, das Design der Information und der Werbeträger des Münchner Flughafens. Acht Jahre war er Professor an der Hochschule für Künste Bremen, seit fünf Jahren lehrt er an der Hochschule für gestaltung in Karlsruhe. Dort hat er auch das Michael Schirner Institut für Kunst und Werbung ins Leben gerufen.

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K.WEST, November 2004

"Herr Schirner, hat Gerhard Schröder ein Imageproblem?"

... überzeugt, daß jedes, auch das politische Produkt nur dann etwas taugt, wenn es sich einfach komuinizieren läßt, hat der Professor für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe 1998 die Bundestagswahl-Kampagne für die Grünen gestaltet. auch da wurde auf das wesentliche hin reduziert, bis ein großes Ü übrigblieb, das von den Plakaten lächelte ... Gerade von einem längeren China-Aufenthalt zurückgekehrt, erklärte das Ehrenmitglied des Art Directors Club Deutschland K.WEST, wie die Regierung kommunizieren müßte, wenn sie ihre Reformagenda erfolgreich an den Wähler bringen will.

K.WEST: "Ihre Meinung bitte!" hieß es unlängst auf der Website der Bundesregierung. Gefragt wurde, wie Reformen kommuniziert werden sollen, sachlich-informativ oder emotional-werbend. Das klingt rar-, wenn nicht hilflos?
SCHIRNER: Zwischen dem Rationalen und dem Emotionalen überhaupt einen Widerspruch zu sehen, zeigt das falsche Verständnis von Kommunikation und Politik. Wenn Kommunikation funktionieren soll, muß beides vermittelt werden. Nur so erreicht man die Leute.

K.WEST: Würde es Sie reizen, für die Regierung Werbung zu machen?
SCHIRNER: Ja, weil ich schwierige Aufgaben liebe. Was ich der Regierung empfehlen würde, wäre etwas mehr Buddhismus. Sie sollte bei allem, was sie tut und kommuniziert, gelassener sein, entspannter. Sie sollte sich fragen: Verbessert das unser Leben?

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EMMA, März/April 2005

Gipfeltreffen bei EMMA

... Michael Schirner, 63, hatte jahrzehntelang eine eigene Agentur und pendelt heute als Professor zwischen Karlsruhe und Shanghai; er berät übrigens immer wieder mal EMMA in Sachen Werbung.

EMMA: Macht die Werbung die Werbung, damit Menschen bestimmte Produkte kaufen? Oder macht die Werbung die Werbung, um Kolleginnen und Kollegen in der Branche zu gefallen?
SCHIRNER: Wir machen nicht primär Werbung, um Produkte zu verkaufen, sondern um ein bestimmtes Klima um das Produkt herum zu schaffen, was dazu führt, daß sie vielleicht kaufen, wenn es ihnen gefällt. Und vor allen Dingen, um Aufmerksamkeit zu erzielen, denn die meiste Werbung, die gemacht wird, fällt nicht auf.

SCHIRNER: Hier ist nicht die Frage: Ist das frauenfeindlich oder nicht? Sondern: Hat es ein kreatives Niveau. Und ich finde, West geht unter das Niveau, das heißt: Die Kampagne ist nicht gut.

EMMA: Hat sich die Werbung unter diesem Aspekt (Frauen und Männern) in den letzten Jahren geändert?
SCHIRNER: Ja, die Werbung hat die Tendenz, die klassischen Rollen der Frauen und der Männer aufzuheben.